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Bundesverband der
Lebensmittelchemiker/-innen
im öffentlichen Dienst e.V. (BLC)
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Nanobakterien in Nierensteinen
Neue Erkenntnisse lassen die Vermutung aufkommen; dass eine Gruppe von Bakterien an der Bildung von Nierensteinen beteiligt ist. Es handelt sich dabei um sogenannte Nanobakterien. Man hat diese Winzlinge erst letztes Jahr im Blut von Kühen und Menschen entdeckt. Das Besondere an ihnen ist jedoch nicht nur ihre Kleinheit, sondern auch ihre grosse Stabilität. Sie überleben zum Beispiel ohne Probleme eine Stunde bei 90 Grad. Erst hohe Dosen an radioaktiver Gammastrahlung oder eine langanhaltende Behandlung , mit speziellen Antibiotika kann sie an der Vermehrung hindern. Um sich vor äusseren Einflüssen zu schützen, bilden die Nanobakterien eine mineralstoffhaltige Schale aus Apatit. In einer solchen Kapsel lebt eine ganze Kolonie von Bakterien. Apatite enthalten Calcium und Phosphat und kommen in Gesteinen sowie als Hydroxyl-Apatit im menschlichen Skelett vor.
Die Wissenschafter haben nun menschliche Zellen in der Zellkultur mit Nanobakterien vermischt. In Anwesenheit von Blutserum ist die Entstehung der Apatit-Kapsel blockiert. Ohne Blutserum hingegen bildeten sich neben den infizierten Zellen kleine, Apatit-haltige Ablagerungen. Andere Studien zeigten, dass die Nanobakterien sogar ohne Zellen in Lösungen, die dem Nierenfiltrat ähneln, überleben. Das brachte die Forscher auf die Idee, Nierensteine zu untersuchen: bei allen untersuchten menschlichen Nierensteinen wurden Kapseln von Nanobakterien gefunden. Man vermutet nun, dass die Nanobakterien aus dem Blut in die Niere übertreten - da sie so klein sind, können sie physiologische Barrieren wie Gefässwände passieren. In der Niere angekommen, könnten sie dann sofort eine Apatit-Kapsel bilden. Und diese könnte dann als Kristallisationskeim für Nierensteine dienen. Sollte sich diese Überlegung durch weitere Analysen bestätigen, so könnte man die Bildung von Nierensteinen mit speziellen Antibiotika unterbinden. Die Spekulationen der Wissenschafter gehen sogar noch weiter. Denn auch bei anderen Krankheiten wie Gallensteinen, Atherosklerose, Arthritis oder Kalkablagerungen in Blutgefässen kommen mineralstoffhaltige Ablagerungen vor. Möglicherweise spielen auch bei diesen Leiden Nanobakterien eine Rolle.
Quelle: PNAS 95, 7846-7847 und 8274-8279 (1998)
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