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Bundesverband der
Lebensmittelchemiker/-innen
im öffentlichen Dienst e.V. (BLC)
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Stuttgarter Resolution des BLC - 1997
(Pressedienst vom 10. Oktober 1997)
Lebensmittelchemiker als Fachmann auf Stadt- und Landkreisebene
-Fehlanzeige-
Stadt- und Landkreise sind für den Vollzug der Lebensmittelüberwachung
und den Umweltschutz zuständig. Hier sollen Gutachten der Untersuchungseinrichtungen
durch Auflagen und Bußgeldbescheide umgesetzt werden. Außerdem
werden Betriebskontrollen koordiniert bzw. durchgeführt.
Bisher gibt es in den meisten Bundesländern keine Lebensmittelchemiker
in Stadt- und Landkreisen. Die dort anfallenden Arbeiten werden von Tierärzten
der Veterinärämter oder von Medizinern der Gesundheitsämter
übernommen, obwohl ein beträchtlicher Anteil von Beanstandungen
im Lebensmittelbereich auf chemische Untersuchungen zurückgeht.
Chemischen Fragestellungen kommt durch die neue Lebensmittelhygiene-Verordnung
eine erhöhte Bedeutung zu. Die Lebensmittelhersteller müssen
in einer Gefahrenanalyse neben den mikrobiologischen Risiken auch die chemischen
und physikalischen Gefahren bewerten und versuchen, sie auszuschließen.
Auch bei Umweltschutz, Umweltkriminalität, Altlastensanierung
und Abfallentsorgung sind von den Stadt- und Landkreisen Fragen zu beantworten,
die chemischen Sachverstand voraussetzen.
Sechs Gründe für den Lebensmittelchemiker vor Ort:
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Verfälschungen erkennen, Rückstände und Verunreinigungen
beurteilen - dies ist ohne profunde Kenntnis der Produkte und ihrer Technologie
nicht möglich.
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Der Lebensmittelchemiker ist auf Grund seiner Ausbildung der Fachmann für
das Lebensmittelrecht. In der juristischen Ausbildung wird das Lebensmittelrecht
dagegen im Zuge des Nebenstrafrechts vermittelt.
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Für eine ordnungsgemäße Probenentnahme bei Untersuchungen
auf Rückstände und Verunreinigungen sind gute Kenntnisse in Statistik
eine wesentliche Voraussetzung. Mängel hierbei sind häufig Ursache
für den unbefriedigenden Ausgang von Ermittlungverfahren und führen
nicht selten zu erheblichen Kosten für die Verwaltung. Hier kann der
Lebensmittelchemiker seine speziellen Kenntnisse vorteilhaft einbringen.
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Neben der konkreten Bearbeitung der rein chemischen Fachfragen kann ein
Lebensmittelchemiker auf Grund seiner Ausbildung in Toxikologie und Mikrobiologie
die tierärztlichen und ärztlichen Kollegen auch auf diesen Gebieten
bei ihrer Arbeit unterstützen.
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Durch seine Ausbildung ist der Lebensmittelchemiker auch Fachmann im Umweltschutz
und auch in diesem Bereich vorteilhaft einsetzbar.
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Die zukünftige Verankerung von lebensmittelchemischem Sachverstand
auf der Ebene der Stadt- und Landkreise sichert Präsenz vor Ort und
ermöglicht rasches Eingreifen in akuten Fällen.
Der BLC fordert deshalb:
Lebensmittelchemiker sollten deshalb zukünftig bei freiwerdenden
Stellen in den unteren Lebensmittelüberwachungsbehörden der Stadt-
und Landkreise bei Wiederbesetzung berücksichtigt werden. Sie sind
kein zusätzlicher Kostenfaktor, sondern wertvolle und vielseitig einsetzbare
Mitarbeiter.
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