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Bundesverband der
Lebensmittelchemiker/-innen
im öffentlichen Dienst e.V. (BLC)
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Die Arbeit der Europäischen Arbeitsgemeinschaft der Lebensmittelkontrolle und des Verbraucherschutzes (E.A.L.V.)
ein Bericht von Helma Haffke
Am 10.Mai 1997 fand in Edinburgh (Schottland) die Generalversammlung der E.A.L.V. (Europäische Arbeitsgemeinschaft der Lebensmittelkontrolle und des Verbraucherschutzes) statt. Der Vorsitzende Bernd Weber (Bundesverband der Lebensmittelkontrolleure) berichtete den mehr als 30 Delegierten über die Aktivitäten der vergangenen 2 Jahre. Als äußerst erfreulich wurde die Anerkennung von Brüssel gewertet. Der Verband wird finanziell durch Subventionen unterstützt. Diese sind für 1996 bereits erstattet worden und werden auch für 1997 zur Verfügung stehen. Der für den ersten Subventionszeitraum erstellte Bericht wurde in Brüssel an Herrn Gaerner, GD III, übergeben. Die Einrichtung von Workshops zur Behandlung von Themen, die für die Verbraucher in Europa von Interesse sind, sowie solche, die sich mit der beruflichen Organisation befassen, wurden begrüßt.
Um die Organisation nach außen zu präsentieren, einigte sich der Vorstand auf ein Verbands-Logo und die englische Namensabkürzung E.W.F.C. = European Working Communitiy for Food-Inspection and Consumer Protection.
Durch Kontakte zu Vertretern der Organisation FLEP (Food Law Enforcement Pracitioners) wurde dem Vorsitzenden, Dr. Scheuring, verdeutlicht, daß die E.A.L.V. keine Konkurrenz darstellt, sondern die beruflichen Interessen der Personen vertritt, die die Basis der Lebensmittelüberwachung bilden. Dies sind z.B. Lebensmittelkontrolleure aus den Überwachungsämtern, Lebensmittelchemiker aus den Untersuchungsämtern und andere Berufsgruppen, die für die Durchführung der Lebensmittelüberwachung zuständig sind. Stellungnahmen zu wissenschaftlichen Themen stellen keine Zielaufgabe der E.A.L.V. dar, vielmehr soll der Informationsaustausch auf der Basisebene innerhalb Europas gefördert werden.
Daher ist es auch erfreulich, daß Berufsverbände aus weiteren EU-Mitgliedsstaaten einen Antrag auf Mitgliedschaft in der E.A.L.V. gestellt haben. Im Rahmen der Generalversammlung wurde der Verband der Lebensmittelkontrolleure aus Österreich und aus Belgien aufgenommen, sowie zusätzlich ein weiterer Verband der Lebensmittelkontrolleure aus Frankreich, der im Gegensatz zu dem bereits vertretenen Mitgliedsverband nicht dem Landwirtschaftministerium unterstellt ist, sondern dem Finanzministerium (Syndicat Force-Ouvrière de la DGCCRF). Somit sind z.Z. Lebensmittelkontrolleure, Fleischkontrolleure und Lebensmittelchemiker aus 6 Mitgliedsländern vertreten.
Da die Präsidentschaft nach dem rotierenden Prinzip erfolgt, übernimmt Jan van der Laan aus den Niederlanden für die nächsten 2 Jahre die Führungsaufgabe. Als Vizepräsidenten wurden benannt: Bernd Weber (Deutschland), Marcel Verger (Frankreich), Marc van der Hove (Belgien), Angus Lowden (Großbritanien) und Andreas Müller (Österreich). Dem bisherigen Präsidenten Bernd Weber sei an dieser Stelle sehr herzlich gedankt für den unermüdlichen Einsatz und das große Engagement, das er bei der Durchführung dieser Aufgabe gezeigt hat.
Als Generalsekretär fungieren Patrice Maitre (F), Stellvertreter Wilfried Kuck (D) und als Kassierer Lothar Veek (D), sowie in Vertretung Denis Koulmann (F).
Als Beisitzer wurden Ron Spellmann (UK), Franz Schilder (NL) und Helma Haffke (D) gewählt. Somit ist auch der BLC für die nächsten 4 Jahre im Vorstand der E.A.L.V. vertreten.
Innerhalb dieser Position sollte es möglich sein, Kontakte zu anderen Chemikern in Europa aufzubauen. Dieses gestaltet sich allerdings nicht ganz einfach.
In Groningen (NL) waren letzten Herbst zum ersten Mal niederländische Kollegen, die sich selbst als "Lebensmitteluntersucher" bezeichnen, anwesend. Da es sich hier nur um eine kleine Gruppe handelt, die sich innerhalb der eigentlichen beruflichen Tätigkeit ausreichend gedanklich austauschen kann, wird von den niederländischen Kollegen die Notwendigkeit zur Gründung eines Verbandes nicht unbedingt gesehen. Kontakte können somit nur dann entsprechend weiter ausgebaut werden, wenn jemand bereit ist, auf eigene Kosten an den Workshops und dem übrigen Beiprogramm teilzunehmen.
Zur Generalversammlung dieses Jahr in Schottland bestand die Möglichkeit eines Gespräches mit einem "public analyst". Bei dieser insgesamt kleinen elitären Berufsgruppe besteht bereits seit langen Jahren ein Verband. Dieser hat nach außen z.Z. nur vereinzelte persönliche Kontakte zu anderen Chemikern Europas und ist von daher an einem Informationsaustausch interessiert. Ob er sich allerdings zu einer Mitgliedschaft in der E.A.L.V. entschließen kann, läßt sich heute noch nicht sagen.
In Gesprächen mit Berufskollegen in der EU ergeben sich immer interessante Einblicke in die Vorgehensweise anderer Mitgliedsstaaten, bei deren Kenntnis das gegenseitige Vertrauen in die Lebensmittelüberwachung innerhalb der EU wächst. Diese Erfahrungen möchte ich in Zukunft mit anderen Kollegen teilen und würde mich daher über Unterstützung freuen. Möglicherweise könnten so bereits vorhandene persönliche Kontakte zu Kollegen anderer Mitgliedsstaaten innerhalb der E.A.L.V. weiter ausgebaut werden.
Innerhalb der Europäischen Kommission hat sich Anfang 1997 einiges verändert. Die Aufgaben, die die Durchführung der Lebensmittelüberwachung betreffen, werden zukünftig von der GD XXIV übernommen. Hier soll der Bereich Verbraucherschutz aus der GD III und GD VI zusammengeführt werden. Neben bisherigen guten Kontakte der E.A.L.V. zu der GD III, Herrn Gaerner, müssen daher neue zu der GD XXIV von Frau Bonino aufgebaut werden. Hier sind die Aktivitäten des neuen Vorstands und des neuen Präsidenten von großer Wichtigkeit.
Um die Zielvorstellungen der E.A.L.V. nicht nur gegenüber Brüssel deutlich zu machen, sondern auch den Kollegen nahe zu bringen, ist für das Frühjahr 1998 ein Symposium in Paris geplant. Dies soll am 13. März unter dem Thema "Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz in Europa" durchgeführt werden. Für die Veranstaltung sind als Vortragende vorgesehen:
- Frau Bonino, GD XXIV
- Herr Gaerner, GD III
- Verbraucherorganisation EURO-COOP oder BEUC
- Vertreter aus Industrie oder Handel
- Jan van der Laan, Präsident der E.A.L.V.
Die Teilnehmerzahl ist auf 300 Personen begrenzt; für Deutschland sind 60 Personen vorgesehen. Die Teilnahmegebühren stehen noch nicht im Detail fest, sie sollen aber möglichst gering gehalten werden.
Die E.A.L.V. hofft somit auf einen guten Start für 1998 und vor allem auf Interesse bei der neu organisierten GD XXIV.
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