Bundesverband der
Lebensmittelchemiker/-innen
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Hormonell wirksame Stoffe im Trinkwasser ?

Großes Aufsehen in Fachkreisen erregte kürzlich, der Widerruf einer Publikation über östrogenartige Wirkungen von chlororganischen Pestiziden. Bereits seit Jahren grassiert die Sorge, Umweltchemikalien könnten den Hormonhaushalt von Mensch und Tier stören. Ein Prominenter Vertreter dieser These, John Mc Lachlan von der Tulane University in New Orleans, hatte vor rund einem Jahr die Debatte durch den Befund angeheizt, daß Umweltchemikalien ihre Wirkungen auf fatale Weise gegenseitig verstärken könnten. In Experimenten mit Hefezellen wollten Mc Lachlan und fünf Mitarbeiter nachgewiesen haben, daß sich der störende Hormoneffekt vertausendfache, wenn nicht nur ein, sondern zwei Pestizide gleichzeitig vorlägen. Diese besorgniserregende Synergie hatten jedoch seither mehrere Forschergruppen zu reproduzieren versucht. Unter dem Druck der Kollegen hat Mc Lachlan nun konzediert (Science, Bd. 277, S.462), daß er die eigenen Experimente nicht mehr wiederholen konnte. Es müsse ein "fundamentaler Fehler" unterlaufen sein.

Quelle: "Die Zeit" Nr. 34, 15.08.97


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