Grapefruitsaft und Medikamente Interaktionen von Medikamenten untereinander und mit Substanzen in der Nahrung sind
interessant, da sie die Wirkung der Medikamente positiv oder negativ beeinflussen
können. So ist zum Beispiel seit langem bekannt daß alles Eisen im Spinat
nichts nützt, wenn man den Spinat nicht mit einem Vitamin- In einer Fachzeitschrift wird nun berichtet, Grapefruitsaft oder besser gesagt eine
der im Grapefruitsaft enthaltenen Substanzen, verringere die Konzentration eines Enzyms,
das diese Medikamente im Körper abbaut. Normalerweise besitzen Menschen ganz
verschiedene Mengen dieses CYP3A4 genannten Dünndarmenzyms. Deshalb wirkt zum
Beispiel nicht bei allen Menschen dieselbe Dosis eines Blutdrucksenkers optimal. Ein
Glas Grapefruitsaft bewirkt nun, daß alle Menschen dieselbe Konzentration dieses
Enzyms haben und daß deshalb bei allen Menschen dieselbe Dosis des Medikaments
optimal wirkt. Mit Grapefruitsaft kommt es also nicht mehr vor, daß eine bestimmte
Dosis eines Medikaments bei einem Patienten gut wirkt, für einen anderen aber
tödlich ist. Könnte man deshalb die aktive Substanz im Grapefruitsaft den
Medikamenten beimischen, hätte man sichere und in kleiner Dosis optimal wirksame
Medikamente für alle. Unter Umständen werden damit auch unerwünschte
Nebenwirkungen von Medikamenten verringert. Man versucht deshalb nun, die aktive Substanz
im Grapefruitsaft zu finden.
Soll man nun seine Medikamente mit Grapefruitsaft hinunterschlucken? Mit Hilfe des
Arztes, welcher die Medikamente verschrieben hat, kann man aber versuchen, eine kleinere
Dosis der Medikamente zusammen mit Grapefruitsaft einzunehmen und damit womöglich
Nebenwirkungen senken helfen. Auf eigene Faust sollte man dies aber besser nicht
versuchen, das kann gefährlich sein.
Quelle : Journal of Clinical Investigation 99, 2545-2553 (1997)
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