Bundesverband der
Lebensmittelchemiker/-innen
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Stand: 1999

Schweiz verbietet Import und Einsatz von Zitrustrester
Dioxin in deutschen Milchprodukten

Bern, 8. April. (sda) Alarmiert durch die Entdeckung von Dioxinrückständen in Milch und Butter in Süddeutschland hat die Schweiz am Mittwoch den Import und den Einsatz von Zitrustrester für Futtermittel verboten. In Deutschland war dioxinbelasteter Zitrustrester aus Brasilien über Viehfutter in die Nahrungskette gelangt. Das Verbot sei im Sinne einer vorbeugenden Maßnahme ausgesprochen worden, teilte das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) am Mittwoch mit. Nach Angaben des Bundesamtes für Gesundheit stellen die in Deutschland festgestellten Dioxinbelastungen in dieser Konzentration keine Gesundheitsgefährdung dar. Die deutsche Futtermittelindustrie hat inzwischen den Eisatz von Zitrustrester in der laufenden Produktion gestoppt und eine Rückholaktion für möglicherweise verunreinigtes Futtermittel gestartet.

Zitrustrester aus den Schalen von Zitrusfrüchten ist ein Abfallprodukt aus der Lebensmittelindustrie. Die Situation in der Schweiz sei mit Deutschland nicht vergleichbar, denn hierzulande werde der Kraftfutterzusatz nur in sehr geringem Umfang als Futtermittel verwendet, schreibt das BLW. Die Schweiz importierte nach Schätzungen des BLW 1997 rund 400 Tonnen Zitrustrester. Die Kraftfutterproduktion beläuft sich auf jährlich rund 1,2 Millionen Tonnen.

Quelle: Neue Zürcher Zeitung, 09. April 1998, Nr. 83



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