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Bedarfsgegenstände, Recht - Technologie - Chemie - Wechselwirkung, von Alfred Montag, unter Mitwirkung von Andreas Montag, 1. Aufl. 1997, Hardcover, 167x248 mm, 280 S., 80 Abb., 68 Tab., DM 98,50 incl. MwSt., zzgl. Vertriebskosten, Behr's Verlag, Averhoffstraße 10, D-22085 Hamburg, ISBN 3-86022-375-5

(H.S.) Bedarfsgegenstände - eine Einführung. Unter dieser Prämisse muß man dieses Buch sehen: Es ist auf 280 Seiten nicht möglich, das überaus komplexe Gebiet der Bedarfsgegenstände, ihrer Chemie und Relevanz für die menschliche Gesundheit sowie ihrer lebensmittelrechtlichen Beurteilung umfassend und detailliert darzustellen. Das Buch wendet sich auch in erster Linie an die Studierenden, um ihnen einen Überblick und eine Einführung in die Systematik der Bedarfsgegenstände und der wesentlichen Werkstoffe zu geben.

Es wird ein Überblick über bestehende Rechtsvorschriften die üblichen Werkstoffe zur Herstellung von Bedarfsgegenständen, Zusammensetzung von Reinigungs- und Pflegemitteln sowie Ausrüstung von Textilien und Leder gegeben.

Tiefergehende Darstellungen - z. B. zur Migration von Bestandteilen aus Verpackungsmaterialien auf Lebensmitteln - werden nicht im Detail besprochen. Die recht komplizierten Voraussetzungen zur Beurteilung nach § 31 LMBG fehlen daher auch.

Sehr ausführlich und interessant ist hingegen das Kapitel "dermale Kontaktreaktionen" in dem Andreas Montag die Reaktion der Haut auf äußere Einflüsse, insbesondere durch chemische Reize, beschreibt.

Als "Einstieg" in die Materie der Bedarfsgegenstände kann dieses Buch durchaus dienen und ist deshalb in erster Linie Studierenden oder "fortgeschrittenen Laien" zu empfehlen. Interessant wäre es, die einzelnen Kapitel detailliert und konkretisiert als Buchreihe für den "Experten" zu veröffentlichen.

H. Streit, Wackernheim


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Das neue Lebensmittelhygiene-Recht, von H.D. Böhm und P. Teufel, 148 Seiten, DM 78,00, Behr's Verlag, Verlag Th. Mann, ISBN 3-7862-0105-6

(H.S.) Nach Umsetzung der EU-Hygiene-Richtlinie in nationales Recht herrscht Handlungsbedarf, aber vielerorts noch Unklarheit und Unsicherheit.

Den Autoren ist es gelungen, die neuen Rechtsvorschriften aus Sicht der Mikrobiologie auf gut verständliche Weise darzustellen. Neben den Texten der LMHV und LMTV mit den entsprechenden amtlichen Begründungen findet man HACCP-Merkblatt des BgVV, Kommentar und Codex Alimentarius Grundlagen-Dokument als wertvolle Beurteilungshilfen.

Sehr interessant sind die "ausgewählten Aspekte der Lebensmittelhygiene": In einer sehr anschaulichen Übersicht werden die wichtigsten Keimarten sowie Faktoren, die auf ihre Vermehrung Einfluß haben vorgestellt, wie pH-und aw-Wert, Temperatur, Redoxpotential u. a. m. Es werden die wesentlichen Prozeßfaktoren genannt, die zur Wachstumshemmung oder Abtötung von Mikroorganismen führen, und es wird auch stets auf weiterführende Literatur verwiesen. Mikrobiologische Risikoabschätzung, Verifizierung von HACCP-Plänen und Stichprobenpläne werden ebenso angesprochen wie Reinigung und Desinfektion. Zu letzterem Kapitel ist die Desinfektionmittel-Liste der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft abgedruckt. Das schmale, aber dennoch gehaltvolle Bändchen wird dem Praktiker in Eigenkontrolle und amtlicher Überwachung eine wertvolle Hilfe sein, soweit es sich um Hygiene-Probleme mikrobieller Ursache handelt. Eine Fortführung unter Berücksichtigung anderer, z. B. chemischer und physikalischer Hygieneprobleme wäre wünschenswert.

H. Streit, Wackernheim


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Großwörterbuch des Lebensmittelwesens, 1 Auflage 1997, Deutsch/ Englisch DIN A5 Hardcuver 466 Seiten, DM 198,00 zzgl. Vertriebskosten, Behr's Verlag GmbH, Averhoffstr. 10, 22085 Hamburg, ISBN 3-86022-331-3

(H.S.) Nach der englisch-deutschen Version, die bereits 1990 in 3. Auflage erschien, liegt nun der Gegenband "Deutsch-Englisch" vor. Diese Version ist um so wichtiger geworden, als heute wissenschaftliche Veröffentlichungen auch in deutschsprachigen Zeitungen immer öfter in englischer Sprache erscheinen, von internationalen Veröffentlichungen ganz abgesehen.

Wenn auch vielen Autoren die englische Sprache geläufig ist, Fachausdrücke sind es gewiß nicht immer: Mag zwar die Übersetzung von "Schwimmente" in "swimming duck" oder von "Langer Pfeffer" in "long pepper" noch einfach und nachvollziehbar erscheinen, so wird der Technologe beim Übersetzen von "Trommeltrockner mit quadrantem Einbau" schon etwas mehr gefordert: "drum dryer with built - in quadrant-shaped baffels" schon mehr gefordert, bei der "Saatblatterbse" müßte man nach der Übersetzung "chickling US" oder "grass pea vine" mühsam suchen.

Mit mehr als 22.000 deutschsprachigen Einträgen ist dieses Buch das wohl umfangreichste Deutsch-Englische Fachwörterbuch des Lebensmittelwesens und für alle, die ihre Forschungsergebnisse in englischer Sprache veröffentlichen wollen, unverzichtbar.

H. Streit, Wackernheim


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Kommentar Nährwertkennzeichnung, Gorny/Muskat, 5. Lieferung 8/97, Behr's Verlag, Averhoffstr. 10, 22085 Hamburg, ISBN 3-86022-361-5, Grundwerk 1991, DM 158,50 (+ Erg.-Lieferungen), ISBN 3-925673-91-1

(H.S.) Den dornigen Weg vom ersten Vorschlag einer Richtlinie über 38 Änderungen bis zur endgültigen Fassung macht das Kapitel "Materialien" deutlich und trägt damit bereits zum Verständnis dieser Richtlinie bei. Hier sind auch die Fassungen in französischer, englischer und italienischer Sprache zu finden, auf die der Kommentator später immer wieder zurückkommt, wenn es um Auslegungsprobleme geht und mit denen er "redaktionelle Fehler" in der deutschen Fassung korrigiert. Der ausführliche Kommentar zu Richtlinien und nationaler Verordnung befaßt sich u. a. intensiv mit dem Begriff "Durchschnittswertes" und seiner Ermittlung. Die schwammigen Definitionen können letztendlich dazu führen, daß der Verbraucher nicht die nötigen Informationen erhält, die der tatsächlichen Zusammensetzung des Lebensmittels auch wirklich nahe kommen. Hier wird das "Unbehagen", das wohl auch der Gesetzgeber hatte, deutlich. Sollten die deklarierten Nährstoffgehalte von denen, die die Überwachung tatsächlich feststellt, erheblich abweichen, müßte die Kommission bzw. der ständige Lebensmittelausschuß Konsequenzen ziehen. Der Kommentator weist auch daraufhin, daß das allgemeine Irreführungsverbot der Etikettierungsrichtlinie 79/112/EWG den besonderen Kennzeichnungsvorschriften der Nährwertkennzeichnungsrichtlinie vorgeht.

Ein weitreichender Blick über den Gartenzaun macht den Leser mit dem Nutrition Labeling and Education Act und den Relevant Sections of FDA`s Regulations bekannt: Es schließt sich eine ausführliche Zusammenstellung von Analysenmethoden zur Ermittlung der einzelnen Bestandteile - vom Eiweiß bis zu den Vitaminen - an, wobei nicht nur Methoden der amtlichen Sammlung nach § 35 LMBG aufgeführt sind. Das Kapitel Nährwertkennzeichnung und Verpackungsgestaltung zeigt insbesondere Probleme und Chancen der Nährwertkennzeichnung aus Marketingsicht auf, geht auf Überschneidung der NKV mit anderen Rechtsvorschriften wie der Diät-Verordnung ein und erläutert an praktischen Fallbeispielen - z. B. "glutenfrei"- Probleme und Lösungsmöglichkeiten. Konkrete Kennzeichnungsvorschläge werden für verschiedene Produktgruppen wie Milcherzeugnisse, Fette und Öle, Backwaren und Getränke aufgezeigt. Interessant ist die Umsetzung der EU-Richtlinie in anderen Mitgliedsstaaten wie Frankreich, Großbritanien, Italien, den Niederlanden, Österreich und Spanien: Die im letzten Kapitel aufgeführten Dekrete, Regulations, Beschlüsse und Verordnungen zeigen , wie unterschiedlich eine Richtlinie in verschiedenen Ländern umgesetzt werden kann. Diese Lose- Blatt-Sammlung ist allen ans Herz zu legen, die sich mit der Durchführung der Nährwertkennzeichnung von Lebensmitteln und ihrer Überwachung befassen.

H. Streit, Wackernheim


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Schnellmethoden zur Beurteilung von Lebensmitteln und ihren Rohstoffen, herausgegeben von Werner Baltes, 2. Auflage 1995, 440 Seiten, DM 145,00, Behr's Verlag, Averhoffstraße 10, 22085 Hamburg, ISBN 3-86022-129-9

(H.S.) Das Buch ist aus einem Seminar des Behr's Verlages über das gleiche Thema entstanden und enthält im Wesentlichen die dort gehaltenen Referate und wurde durch einige zusätzliche Aufsätze abgerundet.

Waren Schnellmethoden zunächst insbesondere bei der Lebensmittelproduktion gefragt, hat die zunehmende Zahl von Proben und zu bestimmenden Parametern auch in der Lebensmittelüberwachung zur Forderung nach Analysenmethoden geführt, die innerhalb kurzer Zeit und/oder mit relativ hoher Geschwindigkeit zuverlässige Aussagen erlauben. Gefordert werden Nachweis-, Screening-, Test- bzw. Grenzwertmethoden sowie quantitative bzw. semiquantitative Bestimmungsmethoden.

Die Vielzahl der eingesetzen Schnellmethoden wird in systematischer Weise erläutert, den Konventionsmethoden gegenübergestellt und durch ausführliche Literaturhinweise ergänzt. Beispielhaft genannt seien Densitometrie, Refraktometrie oder Röntgenabsorption zur Ermittlung des Fettgehaltes, Direktdestillation, Farbbindemethoden oder dynamische Spontanverbrennung zur Eiweißbestimmung, Unterwassergewichtbestimmung, Refraktometrie, Radiometrie, Konduktometrie, Dielektrometrie und NMR zur Ermittlung des Feuchtegehaltes in Lebensmitteln.

Der schnellen Vorbereitung für die instrumentelle Analytik ist ein weiteres Kapitel gewidmet, in dem Festphasenextraktion, unpolares, polares, und Ionenaustausch-Extraktionsverfahren und eine schnelle Probenvorbereitung durch on-line-Kopplung dargestellt werden. Die Möglichkeit der schnellen Qualitätskontrolle durch Headspace-Analyse wird am Beispiel von Weinaromen und Pfefferextrakten aufgezeigt. Die Kopplung von HPLC und Biosensoren erlaubt die schnelle Bestimmung von Alkoholen, Aminosäuren, Zuckern, Glucanen u. a. m.

Ein ausführliches Kapitel ist der quantitativen Dünnschichtchromatographie als Screeningverfahren zur Prüfung auf PAK, Pestizide, Anabolica, Antibiotika, Mycotoxine, Konservierungsmittel und Antioxidantien sowie Alkaloide gewidmet. Das sehr ausführliche Literaturverzeichnis (371 Zitate) ist allerdings nicht mehr aktuell. Bei der Entwicklung von Biosensoren waren Enzymelektroden "klassische Wegbereiter". Ihr Einsatz in der Lebensmittelanalytik, z. B. zur Ascorbinsäure- und Aspartambestimmung wird ebenso beschrieben wie die Verwendung ionensensitiver Elektroden und ihres Meßprinzips.

Nur gestreift werden AAS, ICP-AES und ICP-MS zur schnellen Bestimmung metallischer Kontaminanten, während die Aufführung der Ballaststoffbestimmung in Lebensmitteln und immunchemischer Nachweisverfahren unter den "Schnellmethoden" etwas verwundert. Der Einsatz der Isotachophorese in der Lebensmittelanalytik wird etwas zu kurz behandelt, dennoch sind die vielseitigen Möglichkeiten erkennbar, z. B. zur Vitamin- oder Konservierungsstoffbestimmung. Kapitel zu IR- und NMR-Methoden, z. B. in der Weinanalytik, und nicht zuletzt zur sensorischen Analyse, denn Nase und Zunge sind sicherlich die schnellsten Analytiker, runden eine Darstellung des vielfältigen analytischen Instrumentariums ab, das modernen Lebensmittellabors zur Verfügung steht.

Dem Herausgeber ist es gelungen, einen sehr guten Überblick über Grundlagen und Anwendungen der wichtigsten Schnellmethoden in der Lebensmittelchemie zu geben. Dem Analytiker in Produktion und Überwachung ist damit eine Auswahl an die Hand gegeben, mit der er seine speziellen Probleme noch besser lösen kann.

H. Streit, Wackernheim

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