Bundesverband der
Lebensmittelchemiker/-innen
im öffentlichen Dienst e.V. (BLC)
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BLC - Seminar: Autitseminar 6./7. April 2000 in Hilden

Vom 06. bis 07. April 2000 fand in Hilden bei Düsseldorf erstmals eine Fortbildungsveranstaltung des BLC, ein "Auditseminar", statt. Weitere Veranstaltungen sollen folgen.

Hier der persönliche Eindruck eines Teilnehmers vom ersten BLC-Seminar: " Audit-Elemente zur Optimierung amtlicher Betriebsinspektionen"

Der Titel der 2-tägigen Fortbildungsveranstaltung "Audit-Elemente zur Optimierung von amtlichen Betriebsinspektionen - Werkzeuge und Techniken " - versprach interessant zu werden, v.a. wenn man in der täglichen Routine nicht nur chemisch-analytische und gutachterliche Tätigkeit ausübt, sondern auch zu Betriebskontrollen herangezogen wird. Und bei solchen Terminen sind Techniken von der Gesprächsführung, über die fachlichen Kenntnisse bis zum guten Zuhören und Beraten erforderlich. Wie eine Betriebskontrolle aus fachlicher Sicht abläuft, ist mir bekannt. Wie jedoch sollen Audit-Elemente in eine amtliche Betriebsinspektion eingefügt werden?

Auf die Frage also "Was ist ein Audit, eine Kontrolle und eine Inspektion und wie sind sie miteinander vereinbar in der amtlichen Lebensmittelüberwachung ?" mussten die Refenten, Frau Jutta Kantelberg (Dilly & Kantelberg Management-System Training, Hamburg) und Herr Hans-Uwe von Grabowski (Staatliches Untersuchungsamt Oldenburg) eine Antwort geben.

Hierbei wurde durch Herrn von Grabowski hauptsächlich der Antwortkomplex um die Kontrolle und Inspektion beantwortet. Die ausgehändigte Checkliste über die Prüfung einer Bäckerei hat Goldwert. Sein Vortrag offenbarte eine klare Systematik von Betriebsprüfungen gemäß Lebensmittelhygiene-Verordnung.

Diese enge lebensmittelrechtliche Bindung von Betriebskontrollen wurde im Themenkomplex von Frau Kantelberg vollkommen verlassen. Die Referentin ist Auditorin und führt in größeren Betrieben externe Audits durch. An Hand von Schaubildern, Diskussionen, Fallstudienbearbeitungen und Gesprächen wurde den zwanzig Seminarteilnehmern innerhalb von zwei Tagen klar, was die Ziele eines Audits sind, wie die Vorgehensweise in einem Audit zu erfolgen hat, wie ein Audit zu planen und vorzubereiten ist, wie Maßnahmen durchzuführen oder wie bestimmte Gesprächstaktiken einzuhalten sind.

Unvergessen bleibt bei der Lösung einer Fallstudie das laienspielartig aufgeführte Rollenspiel eines internen Audits durch eine Gruppe von sechs Teilnehmern. Das Spannungsfeld zwischen den Zuhörern (fast ausschließlich in der amtlichen Überwachung tätige LebensmittelchemikerInnen) und der Referentin (von Firmen beauftragte Auditorin ohne amtlichen Auftrag) führte zu vielen Gesprächen und Diskussionen, deren Ergebnisse zum Abschluss des Seminars in einem Audit bei einem großen Hersteller von Suppen u.ä. in Düsseldorf erprobt werden sollten. Hier zeigte sich jedoch, dass mit zwanzig Personen ein Audit sicherlich schwerlich durchführbar ist. Es wurde eine Betriebsbegehung mit Kontrollcharakter.

Die Erkenntnisse , die ich aus beiden Tagen mit nach Hause nahm und zwei Tage später in einem Großbetrieb anwenden durfte, waren:

  • ein Audit ist ein Termin zum Zuhören, zum geschickten Fragenstellen, zum Beraten
  • eine Kontrolle und eine Inspektion sollten sich dieser Techniken bedienen

Somit waren meine eingangs gestellten Fragen beantwortet. Ich hatte Neues gelernt. Was will man mehr ?

Dr. Klaus Jörissen, Aachen


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