
2010 - auch ein Jubiläum in Rheinland-Pfalz
10 Jahre aktive Überwachung durch das Landesuntersuchungsamt
Aus vielen Ämtern wurde eins: Vor zehn Jahren musste innerhalb kürzester Zeit ein schlagkräftiges rheinland-pfälzisches Untersuchungsamt aus mehreren unabhängigen Teilstücken geschmiedet werden. Keine leichte Aufgabe für die Beteiligten. Ein Rückblick.
Das Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz wurde zum 01.01.2000 aus den vier chemischen Untersuchungsämtern Koblenz, Mainz, Speyer und Trier, aus den drei Medizinaluntersuchungsämtern Landau, Koblenz und Trier, den MTA-Schulen in Koblenz und Trier, der PTA-Schule in Trier, aus dem Landesveterinäruntersuchungsamt in Koblenz, der Gentechnischen Beratungsstelle Mainz und zwei Referaten der drei ehemaligen Bezirksregierungen Neustadt, Koblenz und Trier gegründet.
Die neu geschaffene Zentrale des Landesuntersuchungsamtes nahm am 3. Januar 2000 in Koblenz ihre Arbeit auf und begann, die Geschäftsprozesse in der auf fünf Standort verteilten Fachbehörde schrittweise zu vereinheitlichen und die 17 Fach- und Verwaltungs-Referate untereinander zu vernetzen. 
Die Gründung des LUA geschah mit wenigen Wochen Vorlaufzeit, und so glichen die ersten Tage in der Zentrale eher einem Outdoor-Camp mit einigem Chaos. Wir versuchten, uns selbst und das neue Amt zu organisieren. Es galt, sehr sehr viele Details in der neuen Zusammenarbeit zu regeln, zu vereinheitlichen und das Miteinander auf allen Ebenen im Detail festzulegen. Im Laufe des Jahres 2000 wurden zum Beispiel erstmals gemeinsame Probenpläne erarbeitet. Um Einiges später folgten mit einer Homepage für das LUA, einem Intranet für alle MitarbeiterInnen und einem gemeinsamen Jahresbericht - damals noch in der alt bekannten formalen Form - weitere Schritte des Zusammenwachsens. Über diese ersten Jahre hinweg entstand Schritt für Schritt eine Corporate Identity, unterstützt durch das aus der Belegschaft heraus erarbeitete LUA-Leitbild.
Es war nicht leicht, die unterschiedlichsten Interessen, die vor 2000 von den einzelnen eigenständigen Amtsleitern wahrgenommen und ausgelebt wurden, nun zu einem Ganzen zusammenzuführen. Veränderungen - das war das Stichwort der letzten 10 Jahre in unserem LUA. Der Landesrechnungshof, die fachaufsichtlich für unser LUA zuständigen drei Ministerien aber auch eingebundene externe Unternehmensberatungen drängten auf Veränderungen und so ergaben sich immer wieder neue Herausforderungen, denen wir uns zu stellen hatten.
Unser erster Präsident, Herr Professor Dr. Günther Heß, ehemals Leiter des Landesveterinäruntersuchungsamtes in Koblenz, verfolgte das Ziel, die einzelnen Teile des Landesuntersuchungsamtes behutsam zusammenzuführen. Er nannte unser Amt gerne ein "besonderes Amt". Sein plötzlicher Tod am 12. Februar 2004 erschütterte das Landesuntersuchungsamt in seinen Grundfesten. 15 Monate später im Mai 2005 übernahm mit Dr. Stefan Bent ein Humanmediziner die Leitung des Landesuntersuchungsamtes.
Die Aufgabenkritik war in den vergangenen 10 Jahren unser ständiger Begleiter. Das Institut für Tiergesundheit und tierärztliche Umwelthygiene wurde aufgelöst, aus zwei Referaten der Zentralabteilung wurde eine Vollzugsabteilung mit heute vier Referaten neu gegründet - ein Novum in Deutschland. 2005 erfolgte eine Bündelung der Aufgaben innerhalb der Abteilung Lebensmittelchemie, mit der u.a. die Weinchemiestandorte auf zwei schrumpften. Die Ziele Effizienzsteigerung, Optimierung der Arbeitsabläufe und Schaffung von Synergieeffekten traten mehr und mehr in den Vordergrund.
Das Ziel: Wir wollen strukturell, wirtschaftlich und organisatorisch so aufzustellt sein, dass wir nicht angreifbar sind und in Konkurrenz mit anderen bestehen können.
Zeittafel
2000 Gründung des Landesuntersuchungsamtes aus 9 Ämtern und weiteren Referaten anderer Behörden, fünf Standorte
2002 Verabschiedung unseres erarbeiteten LUA-Leitbildes
2003+2008 erfolgreiche Reakkreditierungen durch die SAL
2004 Tod unseres Präsidenten, Herrn Prof. Dr. Heß; Gründung eines wissenschaftlichen Arbeitsausschusses FTIR-Kalibrierung unter Mitwirkung mehrerer Bundesländer
2005 Dr. Stefan Bent wird neuer Präsident; erste Reorganisation der Abteilung Lebensmittelchemie
2006 Start der länderübergreifenden Zusammenarbeit mit den Kollegen der Bundesländer Hessen und Saarland
2007 zweite Reorganisation der Abteilung Lebensmittelchemie - alle Dienstaufgaben werden nur noch einmal im Land wahrgenommen; Erarbeitung unseres Konzeptes einer Risikoorientierten Probenplanung für RLP
2008/2009 Organisationsüberprüfung durch die Unternehmensberatung BSL - keine weiteren größeren Organisationsveränderungen
2010 Start unseres vereinheitlichten zentralen Blome-LIMS Schnittstellenvernetzung mit den Vollzugsbehörden (BALVI)
2007/2008 erfolgte eine zweite grundlegende Reorganisation der Abteilung Lebensmittelchemie. Es blieb bei vier Standorten, die Aufgaben wurden aber so auf die vier Standorte verteilt, dass sie jeweils nur noch an einem Ort wahrgenommen werden.
Institut für Lebensmittelchemie Koblenz:
Bedarfsgegenstände, Fertiggerichte, nicht alkoholische Getränke, Backwaren, Zusatzstoffe/-Aromen, Weinkontrolle
Institut für Lebensmittelchemie und Arzneimittelprüfung Mainz:
Wein/Schaumwein, Spirituosen, Arzneimittel, Kosmetik, Weinkontrolle
Institut für Lebensmittelchemie Speyer:
Radiologie, NMR; Kontaminanten/Dioxine, Elemente, Weinkontrolle
Institut für Lebensmittelchemie Trier:
Gentechnik, Allergene, Nahrungsergänzungsmittel, besondere Ernährung, Fette, Süsswaren, Weinkontrolle
Ihre Ansprechpartner in den Referaten der Abteilung Lebensmittelchemie
ILC Koblenz
Dr. Alexander West
Tel: 0261 391 263
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ILCA Mainz
Tomasz Brzezina
Tel.: 06131 5578 25 690
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ILC Speyer
Dr. Alexander Schmitt
Tel.: 06232 6521 10
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ILC Trier
Paul Majerus
Tel. 0651 1446 212
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Besonderheiten des LUA: In Trier wird ein S3-Labor betrieben. Über die Grenzkontrollstelle Flughafen Hahn sind wir mit dem Thema vorführpflichtige tierische und nichttierische Lebensmittel konfrontiert, in der Pfalz und im Hunsrück überwachen wir Forstgebiete hinsichtlich einer erhöhten Radioaktivität bei Schwarzwild infolge des Reaktorunglücks von Tschernobyl. Insgesamt werden im LUA mehr als 20.000 Proben Lebensmittel, Bedarfsgegenständige, Arzneimittel und Kosmetika untersucht.
Rheinland-Pfalz
- 4.007 Mio. Einwohner
- Wirtschaftsleistungen 2007: 105 Milliarden €
- Größte Arbeitgeber: BASF (Ludwigshafen) und Boehringer (Ingelheim)
- bedeutsame Lebensmittel-Produktion in den Bereichen Wein, Mineralwasser und Bier
- 21,6 Mio. Übernachtungen (22,6% von ausländischen Gästen)
Auf Grund der großen Bedeutung des Themas Wein [Kasten 4] sind wir im Analysenausschuss des OIV vertreten. Unsere Arzneimittelprüfstelle ermöglicht uns eine enge Zusammenarbeit mit dem Bereich Nahrungsergänzungsmittel (Abklärungs-/Abgrenzungsfragen). FTIR-Analytik wird sowohl im Bereich Wein wie auch bei Honig eingesetzt. Hier haben wir 2004 einen FTIR-Fachausschuss gegründet, in dem auch Kollegen aus Baden Württemberg, Sachsen-Anhalt, Hessen, Bayern und Hamburg mitarbeiten. Wir sind im Bereich der chemischen und mikrobiologischen Trinkwasseruntersuchung aktiv, jedoch nicht im Bereich Futtermittel.
Weinland Rheinland Pfalz
- 64.500 ha Weinbau (105.000 ha. bundesweit), davon 69% Weißwein
- 10.500 Weinbaubetriebe mit durchschnittlich 6,1 ha Rebfläche
- 6 Anbaugebiete: Ahr, Mosel, Mittelrhein, Nahe, Rheinhessen (41%) und Pfalz (37%)
- Erntemenge 2008: 6,6 Mio. Hektoliter Wein
- Weinexport 2008: 2,1 Mio. Hektoliter
- 4.000 bis 5.000 Weinuntersuchungen jährlich in unserem Institut in Mainz
- 26 amtliche Weinkontrolleure/innen des LUA im Einsatz
Eigenes Vollzugsreferat für Weinstrafsachen bei der Aufsichts- und Dienst-leistungsdirektion ADD Trier, Zentrale Staatsanwaltschaft in Bad Kreuznach
Seit Beginn des Jahres 2010 arbeiten wir LUA-weit mit einem zentrales Laborinformationssystem (LIMS) der Fa. Blome, gekoppelt über eine Schnittstelle mit dem ZeVIS-System des Landes Rheinland-Pfalz, über das alle Vollzugsbehörden mit eingebunden sind. Wir haben ein Konzept zur risikoorientierten Probenplanung erarbeitet, mit dem wir seit 2006 arbeiten. Die Kosten-Leistungs-Rechnung ist in einem Pilotprojekt getestet worden und wird in 2011 innerhalb des Landesuntersuchungsamtes ausgeweitet. Wir bilden zurzeit jährlich vier PraktikantInnen der Lebensmittelchemie aus und sind bestrebt, diese Zahl aufzustocken.
Mit dem Lehrstuhl für Lebensmittelchemie an der Uni Kaiserslautern besteht eine gute Zusammenarbeit wie auch mit dem Zentralen Institut des Sanitätsdienstes der Bundeswehr in Koblenz. Seit 2006 arbeiten wir mit den Bundesländern Saarland und Hessen in einer länderübergreifenden Zusammenarbeit kollegial zusammen, um uns gegenseitig zu entlasten und im Verbund auf möglichst viele Fragestellungen reagieren zu können.
Bei seiner Gründung im Jahr 2000 war das neu geschaffene LUA ein loser Zusammenschluss von ehemals eigenständigen Ämtern. Heute ist es der zentrale Ansprechpartner in Rheinland-Pfalz für Fragen zur Lebensmittelsicherheit und zum Gesundheitsschutz von Mensch und Tier. Seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter agieren in einem dicht geknüpften Netz von Partnern in Bund, Ländern und Kommunen, in Wissenschaft und Politik.
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