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Betriebsbesichtigung der Berliner-Kindl-Schultheiss-Brauerei

Der Landesverband der Lebensmittelchemiker Berlin/Brandenburg führte am 23.06.2016 eine Betriebsbesichtigung der Berliner-Kindl-Schultheiss-Brauerei durch.

Die Berliner-Kindl-Schultheiss-Brauerei GmbH produziert mit 560 Mitarbeitern verschiedene Biere der Marken Berliner Pilsner, Berliner Kindl, Schultheiss und Berliner Bürgerbräu. Die Brauerei gehörte zu Brau & Brunnen und ist seit 2004 Teil der Radeberger Gruppe und somit zugehörig zum Oekter-Konzern. Der Apotheker Heinrich Prell gründete 1842 eine der ersten norddeutschen Lagerbierbrauereien. Nach seinem Tod, 1853, kaufte Jobst Schultheiss die Brauerei auf und wurde der erfolgreichste Bierwirt Berlins; somit war die Schultheiss - Brauerei gegründet. 1891 schloss sich die Schultheiss-Brauerei mit der Kreuzberger Tivoli-Brauerei zusammen, wobei der Name Schultheiss beibehalten wurde. Dieser Zusammenschluss beider Brauereien hatte in der Schönhauser Allee einen repräsentativen Ausschank - die damalige Abteilung I, die heutige Kulturbrauerei. In den Jahren 1914-1917 ließ die Brauereileitung in Berlin-Schöneberg eine neue Malzfabrik errichten, die 1920 mit der Schultheiss-Brauerei fusionierte. Die Abteilung II der Schultheiss-Brauerei befand sich bis 1994 am Tivoli Standort in Berlin-Kreuzberg. Nach 1990 kam die Abteilung III der Kindl-Brauerei in Berlin-Weißensee hinzu. Die im 19. Jahrhundert eröffnete Brauerei ist heute der Hauptstandort der Kindl-Schultheiss-Brauerei. Abteilung IV der Schultheiss-Brauerei war der Standort in Berlin-Schöneweide; ehemals Bärenquell-Brauerei. Dieser Standort ist seit 2009 ersatzlos geschlossen.

Diese geschichtliche Abhandlung zusammen mit einem Kurzfilm wurde den elf anwesenden Mitgliedern des Landesverbandes durch Mitarbeiter der Brauerei vorgestellt. Eine Brauereibesichtigung schloss sich an. Rohstofflagerung, Gärbottiche, Abfüllung sowie die Etikettierung und Verpackung der Endprodukte konnten die Teilnehmer besichtigen. Interessant war, dass alle Arbeitsvorgänge der modernen Bierbrauerei vollautomatisch sind und nur die kritischen Punkte wie Temperaturüberwachung, Mischungsverhältnis der Rohstoffe oder Wasserqualität von wenigen Mitarbeitern der Brauerei überwacht werden. An diese Betriebsbesichtigung erfolgte eine sensorische Verkostung der verschiedenen Biersorten, begleitet durch einen kleinen Imbiss.
Das fachliche Wissen über ein bestimmtes Lebensmittel, hier das Bier, wurde ausführlich und verständlich erklärt; gut gestimmt verließen die Mitglieder des Landesverbandes das Brauereigelände und freuen sich auf eine nächste Betriebsbesichtigung in Berlin/Brandenburg.

Sonnenstuhl
Schriftführerin