Bundesverband der
Lebensmittelchemiker/-innen
im öffentlichen Dienst e.V. (BLC)
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Mitteilung des BLC-Vorstands zum Dioxin-Skandal

Der belgische Dioxin-Skandal zeigt die Grenzen der Lebensmittelüberwachung auf - hätte Deutschlands Lebensmittelüberwachung besser vorbereitet sein können?

Die Überwachungsbehörden in der EU und auch auf nationaler Ebene haben in den vergangenen Jahren Risiken für die Verbraucher vor allem in Problemen wie BSE gesehen. Andere Gefahren, vor allem durch chemische Substanzen, sind dadurch in den Hintergrund gerückt.

Nur eine handvoll amtlicher Untersuchungseinrichtungen ist in der Lage, Lebensmittel oder andere Proben auf Gehalte an Dibenzodioxinen oder -furanen (Dioxine) zu untersuchen. Die bisherigen Untersuchungprogramme waren vor allem darauf gerichtet, potentielle, regional auftretende Dioxinbelastungen aus der Umwelt aufzuspüren. Sie zielten bisher nicht auf ein umfassendes Monitoring zur frühzeitigen Erkennung aller möglichen Dioxineinträge.

Defizite:

  • Es fehlen amtliche Untersuchungslaboratorien bzw. -kapazitäten, um routinemäßig Lebensmittel auf Dibenzodioxine und -furane zu untersuchen (apparative Einrichtung).
  • Es fehlen erfahrene LebensmittelchemikerInnen (und technisches Laborpersonal) in der amtlichen Lebensmitteluntersuchung, die Erfahrungen mit der speziellen Analytik haben und Ergebnisse interpretieren und bewerten können.

Wären diese Untersuchungskapazitäten vorgehalten worden,

  • wären hohe Dioxinwerte eventuell schon früher aufgefallen,
  • gäbe es jetzt weniger Engpässe für die notwendigen Untersuchungen und
  • die Verbraucher und auch die Wirtschaft könnten somit besser geschützt werden.

Bei den heutigen globalen Verflechtungen der Lebensmittelwirtschaft läßt sich weder für die Betriebe selbst noch für die Überwachung die Herkunft der Rohwaren aus der Etikettierung oder den Lieferunterlagen feststellen.

Entsprechende Maßnahmen der amtlichen Lebensmittelüberwachung sind deshalb als nahezu sinnloser Aktivismus zu werten bzw. ein Zeichen von Hilfslosigkeit.

Forderungen:

  • Ausweitung des nationalen Dioxinmeßprogramms für Lebensmittel und Futtermittel
  • Ausbau der nationalen Meßstellen mit dem Ziel, Dienstleistungen für Bundesländer ohne Dioxinlabor anzubieten
  • Aufnahme von Dibenzodioxinen und -furanen in das bundesweite Lebensmittel-Monitoring und Überwachung von Importen
  • stärkere Einbindung des vorhandenen lebensmittelchemischen Sachverstandes in die Entscheidungsprozesse der Ministerien auf nationaler und EU-Ebene und bei der Aufstellung neuer Konzepte

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