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Sonnengenuss ohne Reue! Das richtige Sonnenschutzmittel für Kinder und Erwachsene

Kind mit SonnenkappeNach dem lang anhaltenden Winter werden die ersten sonnigen Frühlingstage sehnlichst erwartet. Wenn das wohlige Gefühl der Wärme dazu verleitet, die ersten Sonnenstrahlen so lange wie möglich zu genießen, kann man spätestens am Abend so manche unliebsame Überraschung erleben: Die Haut ist krebsrot, spannt und fühlt sich heiß an - Sonnenbrand!

Dabei ist es nicht schwer, diese schmerzhafte und auch gefährliche Begleiterscheinung des Sonnenbades zu vermeiden, es gilt die richtigen Schutzmaßnahmen zu treffen und einige Regeln zu beachten.

 

Sonnenschutz bei Kindern
Kinderhaut reagiert besonders empfindlich auf Sonnenbestrahlung. Eine übermäßige Sonnenexposition im Kindes- und Jugendalter kann die Ursache für Hautkrebs in späteren Jahren sein. Eine dünnere und durchlässigere Epidermis, wenig ausgeprägte Schutzmechanismen, wie die Bildung einer Lichtschwiele oder die Fähigkeit zu bräunen, sind der Grund dafür, dass direkte Sonne für Babys tabu sein sollte. Auch für Kleinkinder bieten eine textile Ausrüstung am besten mit UPF größer 30, dem Lichtschutzfaktor für Textilien, (Hemd, Höschen, Sonnenhut) den besten Schutz. Ein langer Aufenthalt in der Sonne, insbesondere in den Mittagsstunden (11-15 Uhr und in südlichen Urlaubsregionen 10 und 16 Uhr) ist zu vermeiden und auch im Wasser sollten bei intensiver Sonneneinstrahlung Kinder zusätzlich durch Kleidung (z. B. T-Shirt) geschützt werden. Auf Körperstellen, die nicht durch Kleidung bedeckt sind, sind ausreichend aufgetragene Lichtschutzmittel Pflicht: Es empfiehlt sich, ein Präparat mit  mindestens Faktor 30, bei besonders empfindlicher und heller Haut Produkte mit Faktor 50 oder sogar 50+ zu verwenden. Hinsichtlich der Zusammensetzung gibt es keine Vorgaben, es hat sich jedoch gezeigt, dass Sonnenschutzmittel mit einem hohen Anteil an Mikropigmenten (mineralische Lichtschutzfilter), ohne Duft- und Konservierungsstoffe von Kindern am besten vertragen werden (2, 4, 5).

Auswahl eines geeigneten Sonnenschutzmittels und der richtige Umgang
Sonnenschutzmittel müssen - wie alle kosmetischen Mittel - wirksam und sicher in der Anwendung sein. Sie sollen ihre Schutzwirkung im UV-Strahlenbereich des Sonnenlichtspektrums entfalten. Für die menschliche Haut sind der UVB-Bereich (Wellenlänge: 290 bis 320 nm) und der UVA-Bereich (Wellenlänge: 320 bis 400 nm) relevant (1, 8, 9). Die Überschreitung einer bestimmten UVB-Strahlendosis führt zu einer Rötung der Haut (akuter Sonnenbrand), bei einer andauernden Überlastung der Haut kann dies zur Entstehung von Hautkrebs beitragen. Der Schutzumfang eines Sonnenschutzmittels vor UVB-Strahlen geht aus dem deklarierten Lichtschutzfaktor hervor. Mithilfe dieses Faktors lässt sich die Zeitspanne errechnen, um wie viel Mal länger man sich in der Sonne aufhalten kann als ohne Sonnenschutzmittel, bevor ein Sonnenbrand auftritt. Darüber hinaus spielen für die richtige Auswahl des Sonnenschutzmittels auch der Hauttyp, das Alter und die Intensität der Sonneneinstrahlung (UV-Index) eine große Rolle (1, 3). Zur Vermeidung von chronischen Langzeitschäden sollte diese Schutzzeit jedoch nie vollständig ausgenutzt werden (1).

Grundsätzlich sollen die Aussagen und Angaben zur Wirksamkeit von Sonnenschutzmitteln einfach, eindeutig und aussagekräftig sein. Die Angaben auf der Verpackung zur Höhe des Schutzes beziehen sich auf vier standardisierte UVA/UVB Schutzklassen. Nachfolgend sind die empfohlenen Schutzklassen und die zugehörigen Schutzfaktoren tabellarisch zusammengefasst: (1, 3)

Tabelle 1: Schutzklassen und Schutzfaktoren
Produktkategorie (Schutzklasse) Schutzfaktor (Angabe auf den Packungen)
Niedrig 6, 10
Mittel  15, 20, 25
Hoch 30, 50
Sehr hoch  50+

Wichtig ist vor allem, dass im Rahmen der Anwendungsempfehlungen auf eine ausreichende Auftragsmenge hingewiesen wird. Unter Laborbedingungen wird der Lichtschutzfaktor mit relativ hohen Auftragsmengen bestimmt, pro cm2 Haut werden 2 mg Sonnenschutzmittel aufgetragen, das entspricht für die Körperoberfläche eines Erwachsenen einer Menge von ca. 36 g (6). Für Kinder errechnen sich in Abhängigkeit von der Körpergröße pro Auftrag ca. 10 g (2 Jahre) bzw. ca. 20 g (9 Jahre) Sonnenschutzmittel. Erfahrungsgemäß wird bei der Anwendung durch den Verbraucher wesentlich weniger verwendet, folglich wird die angegebene Schutzwirkung nicht erreicht (1).

Der Verbraucher sollte auch nicht davon ausgehen, dass man im Wasser vor Sonnenstrahlung geschützt ist. In einem Meter Tiefe dringen immer noch 80 % der UVA-Strahlen und 50 % der UVB-Strahlen ins Wasser ein. Die Haut weicht bei längerem Baden auf und wird dadurch empfindlicher gegenüber der Sonne. Außerdem leidet der Lichtschutzfilm durch die Bewegung im Wasser und wird abgetragen, auch wenn das Produkt eine Wasserfestigkeit auslobt. "Wasserfest" darf sich ein Sonnenschutzmittel nennen, wenn es zweimal nach einer standardisierten Wässerungsmethode noch 50 % der ursprünglichen Schutzleistung bietet (7). Erneutes Auftragen der Sonnenschutzcreme, z. B. nach dem Schwimmen, verlängert nicht die Schutzzeit, d.h.: raus aus der Sonne!
 
Kontrolle der Sonnenschutzmittel
Durch aufwändige analytische Untersuchungen in den Laboratorien der amtlichen Lebensmittelkontrolle, stellen Lebensmittelchemiker/-innen fest, ob die Angaben und Anwendungsempfehlungen des Herstellers auf der Verpackung den Tatsachen entsprechen. Neben der analytischen Tätigkeit und der rechtlichen Beurteilung erfolgt zudem noch eine Prüfung im Rahmen einer Vorortkontrolle im Herstellerbetrieb, ob dort die Regeln nach der "Guten Herstellungspraxis" (GMP) eingehalten werden. Falls die Untersuchung die Korrektheit der Angaben des Sonnenschutzmittels nicht bestätigt, werden die entsprechenden Produkte rechtlich beanstandet. Sie sind damit nicht verkehrsfähig und die Behörden leiten entsprechende Maßnahmen ein.

Lebensmittelchemiker/-innen der amtlichen Lebensmitteluntersuchung und -überwachung sind nicht nur Experten in Sachen Lebensmittelkunde, Lebensmittelrecht und Lebensmittelanalytik, sondern auch in den Bereichen Kosmetik, Tätowierung und Bedarfsgegenstände.

Quellen:
(1) Empfehlungen der Kommission über die Wirksamkeit von Sonnenschutzmitteln und diesbezügliche Herstellerangaben (vom 22.9.2006; 2006/647/EG) sind im Amtsblatt der Europäischen Union unter der Nr. L 265/39 veröffentlicht bzw. im Internet unter http://ec.europa.eu/enterprise/cosmetics/sunscreens/index_de.htm
(2) Raab, Kindl, Pflegekosmetik, 4. Auflage, Wissenschaftl. Verlagsgesellschaft mbH,
Stuttgart, 2004
(3) Internetrecherche BfR
http://www.bfr.bund.de/de/presseinformation/2007/13/immer_auf_ausreichenden_sonnenschutz_achten_-9678.html
(4) Internetrecherche Stiftung Warentest: http://www.test.de/Sonnenschutzmittel-Was-Kinder-gut-schuetzt-4108131-0/
(5) Internetrecherche Stiftung Warentest: http://www.test.de/Sonnenschutz-fuer-Kinder-von-DocMorris-und-Spirig-Nicht-wasserfest-1789200-0/
[6] COLIPA, European Cosmetic, Toiletry and Perfumery Association: International Sun Protection Factor Test Method, Fassung von Mai 2006. www.colipa.eu/downloads/86.html
(7) COLIPA, European Cosmetic, Toiletry and Perfumery Association: Guidelines for evaluating sun product water resisitence, Dezember 2005. www.colipa.eu/downloads/123.html 
(8) Internetrecherche LGL: http://www.lgl.bayern.de/produkte/kosmetika/kosmetische_mittel/et_sonnenschutz_anforderungen.htm
(9) Internetrecherche LGL: http://www.lgl.bayern.de/produkte/kosmetika/kosmetische_mittel/et_sonnenschutz_faq.htm
www.sonne-mit-verstand.de
www.unserehaut.de
www.uv-index.de

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