Anmeldung
zufall6.jpg

Home Aktuelles Artikel des Monats Natürliches Mineralwasser: Erfrischender kalorienfreier Durstlöscher

Natürliches Mineralwasser: Erfrischender kalorienfreier Durstlöscher

 

Flaschen mit MineralwasserNicht nur im Sommer ist natürliches Mineralwasser beim Verbraucher sehr beliebt. Durchschnittlich trinkt der deutsche Verbraucher inzwischen 135 Liter pro Jahr; Tendenz (immer noch leicht) steigend [1]. In Deutschland, Frankreich und Italien finden sich die meisten Mineralwasservorkommen in der EU. Mehr als 200 deutsche Brunnenbetriebe fördern über 800 Mineralwässer [2].

Was ist eigentlich ein "natürliches Mineralwasser"?
 
Es ist ein Wasser, das ausschließlich aus unterirdischen Wasservorkommen gewonnen und aus Brunnen gefördert wird; es ist ursprünglich rein und enthält diejenigen Mineralien, die typisch für das jeweilige Vorkommen sind. Je nach Löslichkeit der Mineralien in den geologischen Schichten, aus denen das Wasser stammt, variieren Art und Menge der gelösten Stoffe. Unter den gelösten Mineralstoffen sind meist Calcium- und Magnesiumhydrogencarbonat oder Natriumchlorid bestimmend für die Charakteristik vieler Mineralwässer. Bei anderen Vorkommen dominieren Calcium-, Natriumsulfat und/oder -hydrogencarbonat. Mineralwasser kann außerdem Kohlensäure (gelöstes Kohlendioxid) enthalten. Wenn es sich dabei um Quellkohlensäure - (aus dem Quellvorkommen stammend) handelt, darf das natürliche Mineralwasser unter bestimmten Bedingungen die Zusatzbezeichnung "Säuerling" tragen.

Ausgießen von MineralwasserSowohl der Mineralstoffgehalt als auch der Kohlensäuregehalt prägen den Geschmack eines Mineralwassers. Das Geschmacksempfinden für ein mineralreiches, stark kohlensäurehaltiges Mineralwasser unterscheidet sich deutlich von einem mineralarmen stillen Mineralwasser. Die Verbraucher tendieren momentan eher zu den mineral- und kohlensäurearmen Mineralwässern. 

Natürliches Mineralwasser ist ursprünglich rein. Das heißt: Es ist frei von Stoffen, die auf eine Verunreinigung durch den Menschen schließen lassen. Zu diesen "Stoffen" gehören auch Bakterien und andere Mikroorganismen. Andererseits kann natürliches Mineralwasser Spuren von geogen bedingten Stoffen wie beispielsweise Arsen oder Fluorid aufweisen, die aus gesundheitlichen Gründen in höheren Mengen nicht erwünscht sind. In der Mineral- und Tafelwasserverordnung - sie beruht auf einer Richtlinie der EU - gibt es deshalb Anforderungen an die mikrobiologische und chemische Beschaffenheit eines natürlichen Mineralwassers. Für geogene natürliche Inhaltsstoffe sind in der Verordnung Gehalte festgelegt, die nicht überschritten werden dürfen. Tritt dies dennoch ein, darf das Mineralwasser nicht mehr abgefüllt und in den Verkehr gebracht werden. Eine besondere Anforderung in dieser Verordnung ist die "amtliche Anerkennung" des Mineralwassers, bevor es überhaupt als solches vermarktet werden darf. Zu diesem Zweck prüft die zuständige Behörde anhand der zahlreichen Gutachten, die der Brunnenbetrieb vorlegen muss sowie durch Kontrollen vor Ort, ob die Voraussetzungen eines natürlichen Mineralwassers erfüllt sind. Erst dann darf es am Quellort für den Verbraucher abgefüllt werden.

 

Wie erkennt man ein "natürliches Mineralwasser" im Handel?

Auf dem Etikett oder der Verpackung muss Folgendes angegeben werden:

Pflichtangaben des Lebensmittelunternehmers:

  • Name und Ort der Quelle
  • Verkehrsbezeichnung
    • "natürliches Mineralwasser" oder
    • "natürliches kohlensäurehaltiges Mineralwasser" oder
    • "natürliches Mineralwasser mit Kohlensäure versetzt" oder
    • "natürliches Mineralwasser mit eigener Quellkohlensäure versetzt"
      Der Gehalt an Kohlensäure kann der unveränderte ursprüngliche Gehalt sein; er kann aber auch aus zugesetzter Kohlensäure resultieren ("Karbonisieren"). Dementsprechend ist die zutreffende Verkehrsbezeichnung zu verwenden.
  • Angabe der charakteristischen Mineralstoffe (Analysenauszug)
  • Füllmenge
  • Mindesthaltbarkeitsdatum
  • Loskennzeichnung
  • Name und Anschrift des Lebensmittelunternehmers bzw. des Lebensmittelunternehmens (Brunnenbetrieb oder Verkäufer in der EU)

Freiwillige Angaben des Lebensmittelunternehmens (Beispiele):

  • Zum Kohlensäuregehalt auch die Bezeichnungen "classic" (etwa 7-8 g/l), "medium" (etwa 3-4 g/l) oder "still" (geringer Gehalt, meist weniger als 250 mg/l, nicht sprudelnd nach dem Öffnen der Flasche).
  • Angaben zu den Mineralstoffen, wenn bestimmte Gehalte vorliegen:
    • "Calciumhaltig" mehr als  150 mg/l
    • "Magnesiumhaltig": mehr als  50 mg/l
  • Angaben zur Eignung
    • "Geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung" (strengere Anforderungen)
    • "Geeignet für natriumarme Ernährung" (weniger als 20 mg/l Natrium)

Üblicherweise wird Mineralwasser neben der traditionellen Abfüllung in Glasflaschen heute auch in PET-Flaschen als Ein- oder Mehrwegbehälter, gelegentlich auch in Giebelkartons und Metalldosen in verschiedenen Größen in den Handel gebracht. Auch wenn das Mineralwasser nicht in Glasflaschen abgefüllt ist, muss es vor Frost und niedrigen Temperaturen geschützt werden. Andernfalls können sich Mineralsalze als schwer löslicher Niederschlag am Boden absetzen. PET-Flaschen sind außerdem möglichst vor Licht geschützt aufzubewahren, weil es sonst zu unerwünschten Geschmacksabweichungen kommen kann.

Auf allen Stufen, angefangen von

  • der amtlichen Anerkennung des natürlichen Mineralwassers sowie
  • der Erteilung der Nutzungsgenehmigung zur Abfüllung der Mineralwässer,
  • der Gewinnung der Wässer in den Mineralbrunnenbetrieben und
  • dem Handel mit natürlichem Mineralwasser

werden natürliche Mineralwässer von der amtlichen Lebensmittelüberwachung kontrolliert. Dabei wird die Qualität der Wässer durch umfangreiche mikrobiologische, chemische, physikalische und chemisch-physikalische Untersuchungen durch Lebensmittelchemikerinnen und Lebensmittelchemiker im öffentlichen Dienst überwacht. Neben der regelmäßigen Überprüfung von gesetzlichen Grenzwerten gehören auch neue, bisher unerforschte und unerwünschte fremde Einflüsse, z. B. durch Verpackungsmaterial oder Metabolite von Pflanzenschutzmitteln, dazu.

 

Der BLC spricht sich aus für:

  • Eine bundeseinheitliche Harmonisierung von Maßnahmen bei Verstößen gegen lebensmittelrechtliche Bestimmungen sowie bei deren Sanktionierungen.
  • Einen Landes-/Bundes- und EU-weiten Datenaustausch zwischen den Lebensmittelüberwachungsbehörden.

Lebensmittelchemiker/-innen in Lebensmitteluntersuchung und -überwachung: Experten in Sachen Lebensmittelkunde, Lebensmittelrecht und Lebensmittelanalytik


[1]   Verband Deutscher Mineralbrunnen (VDM), http://www.vdm-bonn.de
[2]   Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), http://www.bvl.bund.de/DE/01_Lebensmittel/04_AntragstellerUnternehmen/13_Wasser_Mineralwasser/lm_wasser_node.html.

Diese Pressemitteilung können Sie hier als PDF-File herunterladen.

Die BLC Landesverbände
Thüringen Schleswig-Holstein Sachsen-Anhalt Sachsen Saarland Rheinland-Pfalz Nordrhein-Westfalen Mecklenburg-Vorpommern Hessen Hamburg Bremen Berlin Bayern Baden-Würtemberg Niedersachsen Brandenburg
Suche

Facebook