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Muscheln satt

Muscheln und Muschelerzeugnisse finden zunehmend Eingang in die Verzehrsgewohnheiten der Verbraucher. Dies ist nicht ohne Risiko. Immer wieder wird in Europa über Lebensmittelvergiftungen berichtet, die durch Algentoxine ausgelöst wurden.

MiesmuschelnMuscheln ernähren sich hauptsächlich von Phytoplankton, das sie aus dem sie umgebenden Wasser herausfiltern. Diese Mikroalgen produzieren unter bestimmten Bedingungen Giftstoffe, auch Algentoxine genannt, die sich im Muschelfleisch anreichern und beim Menschen nach dem Verzehr zu Krankheitssymptomen führen können. Je nach Art der Erkrankung wird zwischen Toxinen unterschieden, die Durchfall auslösen ("diarrhetic shellfish poisoning"- DSP), zu Gedächtnisstörungen führen ("amnesic shellfish poisoning" - ASP) oder Lähmungserscheinungen hervorrufen können ("paralytic shellfish poisoning"- PSP). Daher müssen für den menschlichen Verzehr bestimmte Muscheln und daraus hergestellte Erzeugnisse auf das Vorhandensein von Algentoxinen untersucht werden.

Im Algentoxinmonitoring werden hauptsächlich Miesmuschelproben aus den ausgewiesenen Muschelerzeugungsgebieten im Schleswig-Holsteinischen Wattenmeer durch die Überwachungsbehörden nach einem festen Probenahmeplan ganzjährig und während der Saison intensiviert auf Algentoxinvorkommen untersucht. Hinzu kommt eine zeitlich begrenzte Probenahme in der südlichen Flensburger Förde. In den letzten Jahren wurden hier Algentoxine gar nicht oder nur in sehr geringen Konzentrationen beobachtet.

WildausternNeben lebenden Muscheln werden auch Muschelerzeugnisse aus dem Handel regelmäßig auf das Vorkommen von Algentoxinen untersucht. Vor einiger Zeit stießen Lebensmittelchemiker dabei auf Miesmuscheln, deren Gesamtgehalt an DSP-Toxinen den gesetzlich festgelegten Grenzwert überschritt. Diese Muscheln waren aus Skandinavien importiert worden. Nachproben identischer Herkunft bestätigten den Befund, und es wurde eine europaweite Schnellwarnung herausgegeben. Um Zweifel an der Richtigkeit der Ergebnisse zu begegnen  werden beanstandete Proben sowohl vom Nationalen Referenzlabor für marine Biotoxine in Berlin als auch vom Europäischen Referenzlabor im spanischen Vigo untersucht. Werden die Ergebnisse des  Untersuchungsamts bestätigt sind die betroffenen Chargen umgehend vom Markt zu nehmen. Auch bei einer Einzelprobe Muschelkonserven aus spanischer Herstellung überschritt der Gesamtgehalt an DSP-Toxinen den gesetzlichen Grenzwert. Auch dieser Befund führte zu einer europaweiten Schnellwarnung, worauf die betroffene Charge vom Markt genommen wurde.

Austern EntnahmeIn den letzten Jahren gibt es deutliche Fortschritte bei der Weiterentwicklung der Untersuchungsmethoden. So wird der bisher als Referenzmethode für den Nachweis von DSP-Toxinen gültige Tierversuch an Mäusen (Mausbioassay) durch eine chemisch-physikalische Methode ersetzt. Lebensmittelchemiker des öffentlichen Dienstes der deutschen § 64 LFGB-Arbeitsgruppe "Phycotoxine" sind maßgeblich daran beteiligt.

Der BLC spricht sich für Investitionen in die apparative Ausstattung der staatlichen Untersuchungseinrichtungen und eine kontinuierliche Fortbildung der Mitarbeiter aus, damit auch neue Fragestellungen rasch und effizient bearbeitet werden können. Darüber hinaus wird am Beispiel der Algentoxin-Untersuchungen deutlich, wie wichtig rasche Kommunikationswege mit einer adäquaten datentechnischen Ausstattung zwischen den nationalen und den EU-Behörden sind.

Lebensmittelchemiker/-innen in Lebensmitteluntersuchung und-überwachung:
Experten in Sachen Lebensmittelkunde, Lebensmittelrecht und Lebensmittelanalytik.

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